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Steine kehren zurück: Ostsee-Projekt baut einen verlorenen Riff-Lebensraum neu auf

In der Eckernförder Bucht startet ein dreijähriges Restaurationsprojekt: Steine aus dem Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals sollen einen historischen Flachriff-Standort wiederbeleben – begleitet von Ökologie, Langzeitbeobachtung, Umweltbildung und lokaler Beteiligung.

Evidenzstatus: real gestartetes, finanziertes Restaurations- und Forschungsprojekt · Umsetzung bis Ende 2026 geplant · ökologische Wirkung am neuen Standort noch nicht nachgewiesenVeröffentlicht 28.09.2026Aktualisiert 28.09.2026

Am 22. September 2026 startete unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel das Projekt „Riffretter“. Es begleitet die Wiederherstellung eines historischen Steinriffs bei Waabs/Boknis Eck in der Eckernförder Bucht. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das dreijährige Begleitprojekt bis August 2029 mit knapp 980.000 Euro.

UAP-Visual: Vorbereitung von Natursteinen für eine Steinriff-Restaurierung an der Ostsee
UAP-Visualisierung des Restaurationsprinzips – kein Originalfoto des Projekts.

Die Ausgangslage ist historisch: Über Jahrzehnte wurden natürliche Steine aus flachen Bereichen der Ostsee entnommen und für Bauzwecke genutzt. Dadurch verschwanden Hartsubstrate, auf denen Algen, Muscheln und andere Organismen siedeln und die Fischen Lebensraum bieten können. Für die neue Maßnahme sollen Steine und Blöcke, die beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals ausgehoben wurden, bis Ende 2026 wieder auf dem Meeresboden platziert werden.

UAP-Visual: wiederhergestellter Steinriff-Lebensraum unter Wasser in der Ostsee
UAP-Visualisierung eines möglichen sich entwickelnden Steinriff-Lebensraums – kein dokumentierter Projekterfolg.

Das Besondere ist die Begleitforschung. Forschende wollen nicht nur beobachten, welche Arten zurückkehren. Erprobt werden auch standardisierte Monitoringmethoden; passives akustisches Monitoring soll die Entwicklung von Fischpopulationen nicht-invasiv verfolgen. Zusätzlich untersucht das Projekt gesellschaftliche Akzeptanz und bindet Umweltbildung sowie Interessen von Tourismus, Tauch- und Wassersport ein.

Das Projekt versteht den Standort ausdrücklich als Lernfeld. Aus Standortwahl, Material, ökologischer Entwicklung und Erfolgskontrolle sollen Leitlinien entstehen, die zukünftige Riffrestaurationen in der Ostsee unterstützen können.

Was noch offen ist

Der neue Riffstandort ist noch im Aufbau. Dass Steinriffe grundsätzlich wertvolle Hartsubstrat-Lebensräume sind, ist gut begründet; wie stark und wie schnell sich Biodiversität und Fischgemeinschaften genau an diesem Standort erholen, muss das mehrjährige Monitoring erst zeigen. Aussagen über eine erfolgreiche Wiederherstellung sind deshalb zum jetzigen Zeitpunkt ein Projektziel und kein bereits gemessenes Ergebnis.

Quellen & Nachweise

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