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ERNÄHRUNG · NATUR · FORSCHUNG

Gerste bremst Stickstoffverluste auf natürliche Weise – Forscher finden züchtbare Eigenschaft

Bestimmte Gerstensorten können im Wurzelraum gezielt Mikroorganismen hemmen, die Stickstoffdünger in leichter verlierbare Formen umwandeln. Das eröffnet einen möglichen Züchtungsweg für effizientere Landwirtschaft.

Evidenzstatus: peer-reviewte Bodenstudie · biologische Nitrifikationshemmung bei Gerste nachgewiesen · Nutzen für Ertrag, Düngerbedarf und Treibhausgasemissionen im Feld noch nicht belegtVeröffentlicht 24.09.2026Aktualisiert 24.09.2026

Ein Forschungsteam der University of Aberdeen und des James Hutton Institute hat erstmals direkt gezeigt, dass Gerste im Boden eine sogenannte biologische Nitrifikationshemmung (BNI) ausüben kann. Dabei beeinflussen Stoffe aus dem Wurzelbereich gezielt jene Mikroorganismen, die Ammonium zu Nitrit und anschließend zu Nitrat umsetzen.

Die untersuchten Gerstenlinien unterschieden sich deutlich. Besonders die Sorte Optic hemmte sowohl ammoniakoxidierende Archaeen als auch Bakterien stark. Gleichzeitig wurde die gesamte mikrobielle Gemeinschaft nicht pauschal unterdrückt. Das spricht für einen selektiven Effekt statt einer allgemeinen antimikrobiellen Wirkung.

Warum das interessant ist: Nitrifikation trägt dazu bei, dass Stickstoff als Nitrat ausgewaschen wird oder über weitere mikrobielle Prozesse als Lachgas verloren gehen kann. Wenn Pflanzen einen Teil dieses Prozesses selbst bremsen, könnten Züchter langfristig Sorten entwickeln, die Stickstoff effizienter nutzen.

Die Studie ist aber noch kein Beweis dafür, dass Landwirte dadurch bereits weniger Dünger benötigen oder dass im Feld messbar weniger Lachgas entsteht. Die Forschenden betonen selbst, dass Bodenart, Feuchtigkeit, pH-Wert, Wachstumsphase und Zusammensetzung der Bodenmikroben den Effekt verändern können. Weitere Feld- und Züchtungsstudien sind deshalb nötig.

Was noch offen ist

Die BNI-Aktivität und Unterschiede zwischen Gerstenlinien sind in der peer-reviewten Studie belegt. Noch offen ist, ob daraus unter unterschiedlichen Feldbedingungen zuverlässig höhere Stickstoffnutzungseffizienz, weniger Düngereinsatz, geringere Nitratverluste oder niedrigere Lachgasemissionen entstehen. UAP bewertet deshalb die nachgewiesene biologische Eigenschaft und ihr Züchtungspotenzial positiv – nicht bereits angenommene Klima- oder Ertragseffekte.

Quellen & Nachweise

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