
Ein Bluttest findet deutlich mehr Krebsfälle – große Studie liefert neue Daten
PATHFINDER 2 untersuchte bei 35.878 Erwachsenen einen Bluttest zur Früherkennung vieler Krebsarten zusätzlich zur regulären Vorsorge. Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber noch kein Beweis für einen Überlebensvorteil.
In PATHFINDER 2 erhielten 35.878 Menschen ab 50 Jahren in den USA und Kanada zusätzlich zur empfohlenen Standardvorsorge einen Multi-Cancer-Early-Detection-Bluttest. Laut der in Nature Medicine veröffentlichten Auswertung erhöhte die Ergänzung die Zahl der durch Screening entdeckten Krebsfälle um das 6,5-Fache. Rund 70 Prozent der vom Bluttest entdeckten Fälle betrafen Krebsarten, für die es derzeit keine nationalen Routine-Screeningprogramme gibt.
Von 287 Personen mit einem positiven Krebssignal wurde bei 173 anschließend tatsächlich Krebs diagnostiziert. Das entspricht einem positiven Vorhersagewert von 60,3 Prozent. Die berichtete Spezifität lag bei 99,64 Prozent; bei 91,3 Prozent der bestätigten Fälle sagte der Test den Ursprungsort korrekt voraus.
Wichtig für die Einordnung: Der Test ersetzt keine etablierte Vorsorge. Eine separate randomisierte britische Studie zeigte beim kombinierten Endpunkt der Krebsstadien 3 und 4 keine statistisch signifikante Reduktion. Damit bleibt offen, ob die frühere Erkennung langfristig die Krebssterblichkeit senkt.
Was noch offen ist
Die Studie wurde von GRAIL, dem Hersteller des Tests, finanziert; der Sponsor war auch an Datenanalyse und Publikation beteiligt. PATHFINDER 2 hatte keine randomisierte Kontrollgruppe. Der Test befindet sich im regulatorischen Prüfprozess und darf nicht als Ersatz für bestehende Vorsorge verstanden werden.
