
Eco-Moorings lassen beschädigte Seegrasflächen messbar zurückwachsen
Fünf Jahre Monitoring in einer intensiv genutzten Bucht zeigen: Wenn Bootsliegeplätze den Meeresboden nicht mehr mit schweren Ketten abschürfen, kann sich beschädigtes Seegras erstaunlich schnell selbst regenerieren.
Die Untersuchung analysierte 39 beschädigte Bereiche des Meeresbodens in Studland Bay. Grundlage waren Side-Scan-Sonar, historische Satellitenbilder und fünf Jahre Monitoring seit der Installation der ersten Eco-Moorings im Jahr 2021. In allen untersuchten Ankerketten-Narben zeigte sich Erholung, nachdem die fortlaufende mechanische Störung beendet worden war.
Im Bereich der zehn ersten Eco-Moorings schrumpften die kahlen Stellen zwischen 2021 und 2025 im Durchschnitt um 93,6 Prozent – rund 57 Quadratmeter pro Jahr. In einem zweiten Bereich, in dem traditionelle Kettenliegeplätze noch bis 2023 vorhanden waren, gingen die Narben um 65,4 Prozent zurück. Dort war zwischen 2021 und 2023 zunächst keine signifikante Veränderung erkennbar; die Erholung setzte nach Angaben der Untersuchung ein, nachdem die schädigende Nutzung beendet worden war.
Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Statt einer schweren Kette, die bei Gezeitenbewegung über den Boden schleift, nutzt das System eine Verankerung und einen elastischen Aufstieg zum Schwimmkörper. Damit bleibt die Verbindung weitgehend vom empfindlichen Seegras fern. Das lokale Partnerschaftsprojekt meldet inzwischen 87 Eco-Moorings und dokumentiert die Entwicklung fortlaufend.
Was noch offen ist
Die Ergebnisse stammen aus einer einzelnen Bucht und aus einer MSc-Forschungsarbeit mit lokalem Monitoring. Sie zeigen eine starke zeitliche Verbindung zwischen dem Ende der mechanischen Störung und der Regeneration, ersetzen aber keine weltweite randomisierte Vergleichsstudie. Andere Seegrasgebiete können sich je nach Wasserqualität, Sediment, Klima und Belastung anders verhalten. Aussagen über steigende Tierbestände sollten getrennt vom direkt gemessenen Rückgang der Ankernarben betrachtet werden.
