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Holz-Beton-Decke besteht 20-Tonnen-Test – nächster Schritt ist ein echtes Pilotgebäude

Der UniversalTimberSlab der Universität Stuttgart verbindet Brettschichtholz mit einer dünnen Betonschicht. Ein 9 × 5 Meter großer Demonstrator bestand den Belastungstest im Maßstab 1:1; in Oberkochen ist nun ein erstes dreigeschossiges Pilotgebäude geplant.

Evidenzstatus: Full-Scale-Demonstrator gebaut und mit 20 Tonnen Zusatzlast getestet · Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit im Versuch bestätigt · Umweltvorteil des späteren Gesamtgebäudes und breite Praxistauglichkeit noch nicht abschließend nachgewiesenVeröffentlicht 24.09.2026Aktualisiert 24.09.2026

Forschende der Universität Stuttgart haben mit dem UniversalTimberSlab eine neue Geschossdecke für mehrgeschossige Gebäude im Maßstab 1:1 gebaut und getestet. Das System kombiniert vorgefertigte Brettschichtholz-Segmente mit einer dünnen Ortbetonschicht und soll die Flexibilität klassischer Stahlbeton-Flachdecken stärker in den Holzbau übertragen.

Der Demonstrator in Remscheid misst 9 × 5 Meter und ist 36 Zentimeter hoch. Nach Angaben des Projektteams benötigt die Konstruktion rund zwei Drittel weniger Beton als eine vergleichbare Stahlbeton-Flachdecke. Beim öffentlichen Belastungsversuch trug sie zusätzlich zu ihrem Eigengewicht 20 Tonnen. Gemessen wurden maximal 12 Millimeter Durchbiegung und eine Eigenfrequenz von mehr als 8 Hertz; damit wurden die zuvor berechneten Trag- und Gebrauchstauglichkeitswerte für den Demonstrator bestätigt.

Der nächste Schritt führt aus dem Demonstrator in ein reales Gebäude: Die Stadt Oberkochen plant das dreigeschossige Zukunftsforum mit rund 1.400 Quadratmetern Fläche in dieser Bauweise. Dort soll sich zeigen, wie gut sich das System unter realen Planungs-, Fertigungs- und Nutzungsbedingungen bewährt.

Das Projekt wird im EIC-Pathfinder-Programm von Horizon Europe gefördert. Mehrere Institute der Universität Stuttgart, die Materialprüfungsanstalt sowie BUILT CoLAB in Porto arbeiten daran; Industriepartner fertigten und montierten die Elemente des Demonstrators.

Was noch offen ist

Der 20-Tonnen-Test belegt die Leistungsfähigkeit des konkreten Demonstrators, nicht automatisch jedes künftigen Gebäudeentwurfs. Die Angabe von rund zwei Dritteln weniger Beton stammt aus dem Projektvergleich mit einer konventionellen Stahlbeton-Flachdecke. Eine unabhängige vollständige Lebenszyklusanalyse des Pilotgebäudes liegt in den geprüften Quellen noch nicht vor. Auch Kosten, Brandschutz, Akustik, Genehmigungspraxis, Langzeitverhalten und Skalierbarkeit müssen sich im breiteren Einsatz weiter bewähren. UAP bewertet deshalb den erfolgreichen Full-Scale-Test und den Übergang zum Pilotgebäude als Fortschritt – nicht bereits eine allgemein bewiesene Klimawirkung.

Quellen & Nachweise

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